Weltmeisterin Manuela Mandl im Interview

Wir durften die waschechte Wienerin exklusiv für Euch interviewen. Lest mehr über Manuela als Privatperson, ihre Erfahrungen und den Erfolg bei der Freeride World Tour.

Manuela Mandl ist Weltmeisterin in der Freeride World Tour 2018. Die Markenbotschafterin von Penguin hat sich für uns einen Moment Zeit genommen, um unsere Fragen zu beantworten.

Powder Finder: Du kommst ja ursprünglich aus Wien. Wie bist du zu deiner Disziplin Freeride gekommen?

Manuela: Ich bin waschechte Wienerin, hatte aber das Glück, dass unsere Familie eine Ferienhütte in den Schladmingertauern hat, wo wir immer unsere Winterferien verbracht haben. Ich bin eine solide Skifahrerin, habe aber dann mit 14 Jahren das Snowboarden begonnen, als ziemliche Spätzünderin. Einige Locals haben mich ins Gelände mitgenommen und hatten in der ersten Zeit auch die Geduld, auf mich zu warten. Danke dafür!

Manuela und ihr Papa: früh übt sich, wer ein Meister werden will!Manuela und ihr Papa: früh übt sich, wer ein Meister werden will!

Was begeistert dich am Freeriden?

Es ist eine sehr simple Sportart. Wir brauchen eigentlich nichts, das natürliche Gelände, Gefälle und Schnee reichen uns. Es ist das Spielen mit der Gravitation und gefrorenem Wasser in einem faszinierenden Naturraum. Trotz allem ist das benötigte Wissen sehr komplex und es dauert doch einige Zeit, bis man die Erfahrung hat auch grosse und hochalpine Lines zu befahren.

Wir haben gesehen du machst auch Splitboarding. Was fasziniert dich daran?

Splitboarden eröffnet mir endlos viele Möglichkeiten auf Bergen, die nicht erschlossen sind. Und es ist sehr erfüllend, auf einen Gipfel, an den Start einer Line zu kommen, die man sich selbst erarbeitet hat.

Du hast vertiefte Kenntnisse über die Bergsicherheit und Lawinengefahren. Worauf achtest du bevor du zu einer Tour aufbrichst?

Natürlich informiere ich mich immer vorher, studiere Kartenmaterial und sammle online Informationen über das jeweilige Projekt. In den Alpen ist es mit den Lawinenlageberichten relativ einfach, aktuelle Informationen zur Schneedecke zu erhalten. Dann kommt es natürlich auf die Steilheit, Höhenlage und Exposition der jeweiligen Tour an. Im Zweifelsfall gehe ich auch schon mal über einen einfachen Weg auf einen Berg und sehe mir die eigentlich geplante Line nur an, mache Fotos und komm dann nochmal, um die Befahrung zu machen. Dann habe ich immer die Grundausrüstung, also LVS, Schaufel, Sonde, Erste Hilfe Paket, Handy, gut ausgebildete Kollegen und auch oft einen Airbag-Rucksack mit.

Wenn du eine Freeride-Tour mit einem Heliflug verbinden könntest, was wäre dann deine bevorzugte Destination die du gerne erkunden möchtest?

Oh, natürlich der Klassiker Alaska, aber ich möchte auch noch unbedingt in den Kaukasus reisen.

Du interessierst dich neben dem Freeriden für Architektur. Wenn du auf Reisen gehst, spielt dann Sightseeing eine grosse Rolle für dich? Welche ist deine Lieblings-Destination und warum?

Klar, ich probiere natürlich immer auch mehr als 'nur' Berge zu sehen und finde es spannend, andere Lebensweisen kennenzulernen. In Europe finde ich als Winterdestination Andorra extrem cool. Man fliegt nach Barcelona, geht an den Strand und ins MACBA und setzt sich dann in den Bus nach Andorra, wo es extrem gutes, oft unberührtes Tourengelände und verschiedene Skigebiete für jede Könner-Stufe gibt. Und zum Abendessen kann man zwischen französischer Gourmetküche und Tapas wählen.

Was waren deine Highlights bei der Freeride World Tour?

So gesehen ist die Teilnahme an der Freeride World Tour und vor allem mein Weltmeistertitel jetzt das Sahnehäubchen einer relativ langen Karriere. Auf der Tour haben wir gemeinsam so viel Spass, riden an einigen der aufregendsten Destinationen in der Welt und probieren gleichzeitig das Limit immer weiter zu pushen.

Stolze Weltmeisterin der Freeride World Tour Snowboarding in VerbierStolze Weltmeisterin der Freeride World Tour Snowboarding in Verbier

Die Freeride World Tour hat dich International in verschiedene Länder geführt. Was machst du gegen den Jetlag oder hast du nie Jetlag?

Ich habe immer Jetlag, aber wenn ich dann in den Schnee komme, ist der sofort vergessen :)

Welche Überlegungen machst du, wenn du dich auf eine Contestline vorbereitest?

Ich überlege mir wie der Schnee (Powder, Windgepresst, Haschdeckel, Hardpack...) sein wird, wie das Sluffmanagement (Lockerschneemanagement) am besten funktioniert und wo ich wie welche Turns machen will, damit ich mit der richtigen Geschwindigkeit und flüssig zu meinen Sprüngen komme. Dann gibt's auch noch einige strategische Überlegungen, wie zum Beispiel wie viele StarterInnen vor mir sind und wo dann noch unverspurter Schnee zu finden sein wird.

Wie schaust du dir die Strecken an? Zeichnest du dir die Line vor?

Wir machen bei Contests den sogenannten Facecheck vom Gegenhang und von der Finishline, beziehungweise vom Fuße des Berges mit Ferngläsern. Das dauert einige Stunden. Wir machen auch Fotos, die wir dann während ein paar Stunden studieren, um uns die Orientierungspunkte und Absprungrichtungen einzuprägen. Die Line ist also im Normalfall geplant.

Manuela beim Splitboarden. ©Andreas Vigl Manuela beim Splitboarden. ©Andreas Vigl

Wie reagierst du, wenn du bei der Abfahrt auf unvorhergesehene Hindernisse triffst?

Die Line ist zwar eigentlich fix, aber ich bereite sowieso immer zwei Varianten vor und präge mir auch das Gelände rundherum gut ein. Es kommt nämlich ziemlich oft vor, dass wir unsere Lines während des Runs abändern, nur sieht man das zum Glück meistens nicht.

Hast du ein Ritual bevor du an den Start gehst?

Ja, ich erinnere mich daran, wieviel Glück ich habe, da jetzt auf diesem Berg stehen zu dürfen, bringe den Fokus in die Körpermitte und klatsche und rufe ein 'uhuuuu' raus, wenn ich losfahre.

Als bekannte österreichische Snowboarderin hast du ja einige Sponsoren. Warum hast du dich als Markenbotschafterin für Penguin entschieden?

Es gibt erstaunlicherweise wenige Firmen, die technische Outerwear produzieren und dabei sowohl die Anforderungen von SkifahrerInnen als auch von SnowboarderInnen erfüllen. Penguin macht da einen sehr guten Job und ich mag die Leidenschaft fürs Detail, die bei jedem einzelnen Produkt durch die sehr intelligenten Lösungen spürbar ist.

Hast du ein Lieblings-Kleidungsstück? Was trägst du darunter?

Ja, ich bin wirklich ein Fan von unseren Dermizax 3L Hosen mit abzippbarem Latz. Diese Lösung gibt es kaum am Markt, obwohl es eigentlich essentiell ist, eben damit der Schnee nicht reinkommt, aber man trotzdem noch auf die Toilette gehen kann, ohne die Jacke und das LVS ausziehen zu müssen. Drunter trage ich die Pinneco Jacke und bei extremer Kälte auch die Hose und als First Layer immer Merino. Einfach weil es so angenehm auf der Haut ist, nicht zu riechen anfängt und extrem schnell auftrocknet, wenn man mal schwitzt.

Nach einem erfolgreichen Powdertag. ©Andreas ViglNach einem erfolgreichen Powdertag. ©Andreas Vigl

Unser Partner die Penguin-Gründer brüten über ihren Kleidern wie Pinguine auf ihren Eiern!

Die erstklassigen Produkte sind Ergebnisse aus unzähligen Powder-Erlebnissen, Fahrten durch Tiefschnee und Experimente mit verschiedenen Schnittformen. Die Kleidungsstücke sind robust und funktional ausgelegt, so dass sie sich für jedes Abenteuer eigenen. Penguin setzt auf das sogenannte Zwiebelprinzip, das bedeutet man trägt, mehrere Schichten, angefangen beim Merino-Shirt, das direkt auf der Haut liegt, dann sorgen ein Hoodie oder eine Isolationsjacke für die richtige Wärme und den Abschluss bilden die Shell Jacke bzw. Latzhose. So kann sichergestellt werden, dass kein Schnee eindringt und ein idealer Tragekomfort entsteht.

Das Herzblut der Gründer ist bei den Produkten deutlich spürbar. Denn stetig werden diese verbessert und weiterentwickelt. Bei jeder Produktelieferung sind die Erfinder noch heute so gespannt wie beim ersten Mal, sie können es kaum erwarten die neu eingetroffenen Kleider am eigenen Leib in den Bergen unter realen Bedingungen zu testen. Die begeisterten Freerider sind deshalb umso stolzer eine Markenbotschafterin wie Manuel Mandl gewonnen zu haben.

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